Berufe: Anton Förster, Ellwanger Bote

Die Boten früherer Jahrhunderte waren das, was man heute als Kurierdienste oder Speditionen kennt. Freilig hatte man es damals nicht so bequem wie heute: die Boten waren zu Fuß unterwegs, mit einem Karren, den sie hinter sich herzogen oder den vielleicht ein Ochse, Pferd oder Maulesel zog. Von der Geschwindigkeit her machte beides keinen Unterschied; 4 – 5 km/h kann man als durchschnittliche Reisegeschwindigkeit veranschlagen.

Lauingen war somit eine Stunde entfernt, nach Donauwörth  war man einen halben Tag unterwegs und nach Ellwangen, der Fußmarsch beträgt gute 60 km, wird man ohne eine Übernachtung wohl nicht ausgekommen sein.

Zwischenablage01.jpg

Vielleicht hatte man jedoch noch etwas nach Giengen zu liefern, nach Heidenheim, Aalen, Nördlingen oder Bopfingen; vielleicht gab es dort etwas abzuholen und schon war man als Bote zwei Tage unterwegs, eine Übernachtung in Neresheim oder der näheren Umgebung war wahrscheinlich üblich.

1

Im „Statt-Steür-Register auff Nicolai“, das ich Jahrgang für Jahrgang auf der Suche nach Johann Alberthals ersten selbstgebauten Haus durchsucht habe, stieß ich um die Mitte des 18. Jahrhunderts immer wieder auf folgenden Eintrag, den ich zunächst einmal zur Seite legte:

2
„Anton Förster, Ellwanger Pott“

An Ellwangen fährt man auf der A 7 oft vorbei, wo es lag, das wußte ich, dort gewesen bin ich bis zum letzten Samstag jedoch nie. Die Rolle Augsburgs für Dillingen ist bekannt, die Familie Maisch stellte den Augsburger Boten. Ellwangen muß eine nicht unwichtige Rolle für Dillingen gespielt haben, schließlich gab es einen festen Botenverkehr. Das Wetter war sonnig und windig-kalt und momentan hatte ich nichts anderes zu tun, las ein bisschen über Ellwangen und was es mit Dillingen zu tun hatte, schnappte nach 2 Stunden die Kamera und machte mich auf den Weg.

Das ehemalige Benediktinerkloster Ellwangen ist über 1000 Jahre alt und war sehr früh von Bedeutung, es wurde nicht nur mit Privilegien ausgestattet sondern unterstand sehr früh nur dem Kaiser und nicht dem nächsten Diözesanbischof. Nach gut 700 Jahren des Bestehens wurde es in der Mitte des 15. Jahrhunderts jedoch in eine Fürstprobstei umgewandelt, die nicht nur ein gutes Einkommen versprach, sondern auch von nicht geringem politischen Einfluß war: mit ihr war eine Einzelstimme als Stimmberechtigter  auf dem Reichstag im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation verbunden. Andere Ämter mußten sich eine Stimme mit anderen teilen.

Nicht wenige Bischöfe waren gleichzeitig Fürstpröbste Ellwangens. Von den Augsburger Fürstbischöfen, die ja in Dillingen residierten, waren Otto von Waldburg (1514-73), Johann Christoph von Freyberg (1616-90) und Clemens Wenzeslaus von Sachsen (1739-1812) gleichzeitig Fürstpröbste in Ellwangen. Johann Rudolf von Rechberg (1606-1660), der den Hochstift Augsburg verwaltete, war ebenfalls Fürstprobst in Ellwangen. Die Dillinger Jesuiten waren ebenfalls in Ellwangen tätig und für kurze Zeit gab es eine Landesuniversität in Ellwangen und ein eigenes Bistum Ellwangen. Nach fünf Jahren war diese Erhöhung im Königreich Württemberg mit dem Tode König Friedrichs jedoch zu Ende.

Was von dieser langen ruhmreichen Zeit bleibt ist, eine architektonisch reizvolle Kleinstadt, die man von Dillingen aus in einer Dreiviertelstunde mit dem Auto erreichen kann und für jeden Dillinger eigentlich ein Pflichtbesuch ist: es gibt viel gemeinsame Geschichte!

Blick auf den Ellwanger Marktplatz (zum Vergrößern anklicken!):

Ellwanger Basilika:

Jesuitenkolleg und Jesuitenkirche:

Eindrücke aus der Altstadt:

Der Sitz der Fürstpröbste:

Blick auf Ellwangen:

100_3576.JPG

 

Wappen

Werbeanzeigen

Hausnummern, Häuser und ihre Geschichte III

3.jpg

Anzeige und Empfehlung
Unterzeichneter hat vom Heutigen an in hiesiger Stadt ein
Schneider-Geschäft
errichtet und bringt solches einem verehrlichen hiesigen und auswärtigen Publikum
zur gefälligen Kenntnißnahme mit dem Bemerken, daß bei mir alle einschlägigen
Herrenartikel, sowie für Damen Jacken, Paletots, Mäntel &c. (in Tuch und Seide)
verfertigt werden, und wird mein Bestreben sein, durch schöne, gute und billige Ar-
beiten die Zufriedenheit meiner verehrten Kunden zu erlangen. Um zahlreichen Zu-
spruch bittet
Dillingen den 20 Februar 1869
Anton Vollmayr, Schneidermeister,
wohnh. Hs.-Nr. 186 neben Hrn. Schuhmacherm. Klaus, auf der Leiten.

Hausnummer 186, „auf der Leiten“ ist korrekt eigentlich Lit. B. Nr. 186 und dürfte das schmalste Haus in ganz Dillingen sein. Mißt es überhaupt drei Meter in der Breite? In der Reihe der historischen Häuser, die man heute noch „Auf der Leiten“ findet, tritt es bescheiden einige Meter in der Achse von Ost nach West zurück.

1.jpg

Bevor der Schneidermeister Vollmayer sein Atelier in dem originellen Gebäude bezog, war mit dem Haus die Malergerechtigkeit verbunden, wie Unterlagen des Stadtarchives vom Juli 1808 zeigen:

2
Unter 8.: „Die reele Mahlergerechtigkeit“

Wappen

Berufe: Michael Rueff, Öschay

 

Als die Steuerbeschreibung im September 1641 angelegt wurde, wußte jeder, was ein „Öschay“ ist, obwohl die eigentliche Bedeutung des Wortes damals schon nicht mehr bekannt war.

1
Steuerbeschreibung des Jahres 1641 für Dillingen

Es gibt Gemeinden in Bayern, die diesem ausgestorbenen Beruf noch einen Weg am Ortsrand gewidmet haben; als Nachname ist er in manchen Gegenden auch noch bekannt.
Es existieren verschiedene Schreibweisen: „Esch(h)ey“, „Esch(h)ay“, „Escher“ u. a.

Im Mittelhochdeutschen, das bis Mitte des 14. Jahrhunderts gesprochen wurde, waren die beiden Begriffe noch geläufig: Eine „Esch“, „Äsch“, oder „Ösch“ war ein Acker, im süddeutschen Raum vor allem ein umzäunter Saatacker. „Heien“ ist eine Nebenform von „hegen“, das man noch gerade von „hegen und pflegen“ in unserer Zeit kennt. „Flurschütz“ ist eine andere Bezeichnung für den Öschay, auch er ist als Nachname verbreitet – wobei der „Schütz“ jemand ist, der „schützt“ und nicht mit einer Schußwaffe hantiert.
Ein „Öschay“ hatte also die Aufsicht über die Felder, mußte sie vor Wildschaden und Dieben schützen und darüber wachen, daß die Ernte nicht zu früh eingebracht wurde und beim Ernten kein Bauer dem anderen über das Feld fährt. Für die Ernährung einer Stadt ein unverzichtbarer Beruf, hatte man ohnehin mit Mißernten zu kämpfen.
Es gab auch einen „Holzhey“, den man mit einem Förster vergleichen kann, der „Fischhey“ war für die Fischzuchten zuständig, der „Bruckhei“ für den Zustand der Brücken und der „Wieshei“ (den Nachnamen „Wiesheu“ kennt man) für die Heumahd.

2
„Michael Rueffen, Öschaÿers selig Witib (Witwe)“ – in der Steuerbeschreibung werden aufgezählt: eine „Behaußung“, eine kleine Mahd, 2 Kühe, 2 Kälber und ein „jung Schweinlein“.

Spazierrunde mit Joseph Haseneder: der Wasserturm

Nein, nicht der Wasserturm der Stadtwerke ist gemeint! Es ist der ehemalige Wasserturm im Osten der Altstadt, der einst Dillingens Stadttor in Richtung  Sonnenaufgang war. In Großbritannien herrschte noch Elisabeth I.,  die Renovierung des abgebrannten Dillinger Schloßes war gerade zu Ende gebracht und Heinrich von Knöringen der neugewählte Bischof von Augsburg geworden, als Hans Alberthal von eben jenem Bischof den Auftrag erhielt, das Stadttor zu einem Wasserturm umzubauen.

Dillingen hatte ursprünglich zwei Wassertürme: ein zweiter befand sich im Westen der Stadt, in der Nähe des heutigen Gesundheitsamtes. Die Türme waren nötig, um den Wasserdruck in den Leitungen der öffentlichen Brunnen, die Teil der Wasserversorgung waren, aufrecht zu erhalten. Die Stadt befindet sich einige Meter über der Donauebene. Oben am  Hochufer selbst ist wenig Wasser vorhanden, am Fuße des Hochufers sieht es anders aus: entlang der Vorstadtstraße gibt es einige Rinnsale mit frischem Wasser, die Obere Quelle ist ein vergleichbares Gewässer: viel zu tief gelegen um sinnvoll für die tägliche Wasserversorgung von gut 3000 Menschen und dem in der Stadt vorhandenen Vieh und Kleinvieh dienen zu können.

Ein Schöpfwerk, angetrieben von einem Wasserlauf, der bei Maria Schnee entspringt, beförderte das Wasser nach oben in den Turm in ein großes Becken, das über Röhren mit den Brunnen der Stadt verbunden war. Diese öffentlichen Brunnen wurden zu Beginn des 19. Jahrhunderts abgebrochen, da man andere Möglichkeiten sah, Dillingen mit Frischwasser zu versorgen. Übriggeblieben ist der alte Wasserturm, der nach einem weiteren Umbau ein mehrstöckiges Wohnhaus geworden ist.

101_0064

Wappen

 

Dillingens erstes Kaffeehaus

Die Stadtsteuerbücher der Jahre 1782 bis 1786 liegen leider nicht vor. In den Aufzeichnungen von 1787 (ganz unten auf dieser Seite) taucht der (bisher!) erste nachweisbare Kaffeehaus-Betrieb in Dillingen auf, der sich im Haus Lit. A. Nro. 178 befand. Bis ins 19. Jahrhundert hinein wurde in diesem Haus Kaffee verkauft: sowohl als Heißgetränk als auch zum privaten Gebrauch. Der private Verbrauch scheint sehr hoch gewesen zu sein: den Studenten in Dillingen wurde feuerpolizeilich verboten, Kaffee in der Unterbringung zu kochen.

0003

Das Haus Lit. A. Nro. 178 gibt es nicht mehr. Es stand in der Entengasse, an Stelle des Hauses links von der Garage auf diesem Bild. 

 

Stadtsteuerregister für das Jahr 1787 mit dem Eintrag:
„Benedict Schwarzenbach Caffée-Schänck“ (zum Vergrößern anklicken!)

 

Kaiser Maximilian I. in Dillingen

albrecht_dürer_-_portrait_of_maximilian_i_-_google_art_project

Kaiser Maximilian I., von Gottes Gnaden Römischer König, zu allen Zeiten Mehrer des Reiches, König von Ungarn, Dalmatien, Kroatien etc., Erzherzog von Österreich, Herzog von Burgund, Lothringen, Brabant, der Steiermark, Kärnten, Krain, Limburg, Luxemburg, Geldern, Graf von Flandern, Habsburg, Tirol, Pfirt, Kyburg, Arthois und Burgund, Pfalzgraf von Hennegau, Holland, Seeland, Namur und Zutphen, Markgraf des Heiligen Römischen Reiches und Burgau, Landgraf von Elsaß, Herr von Friesland und auf der Windischen Mark, von Pordenone, Salins und Mechelen etc. verstarb am 12. Januar 1519 in Wels bei Linz, nachdem er bereits vier Jahre lang seinen Sarg auf Reisen mitgeführt hatte.
Zuvor empfing er noch die Sterbesakramente, übergab sein kaiserliches Siegel und verbat sich ausdrücklich, mit seinem Titel angesprochen zu werden. Leichenhemd und Hosen zog er noch selbst an. Der Leichnam wurde, laut Maximilians Anordnung, gegeißelt, ihm wurden die Zähne ausgebrochen und in den Umhang des von Maximilians Vater, Friedrich III. gegründeten St.-Georgs-Orden gehüllt. Den weiteren Anordnungen wurde Folge geleistet und die sterblichen Überreste zusammen mit Kalk und Asche in einen Sack eingenäht und einen Sarg gelegt.
Seinem Enkel und direktem Nachfolger, Karl V., König von Spanien, hinterließ er ein gute Grundlage zu dem Reich, in dem nie die Sonne unterging – man kann es an den Orten und Ländern ablesen, deren Titel er trug.
Maximilian, der junge Erzherzog, heute würde man sagen: ein Teenager, war damals noch nicht ganz 16 Jahre alt, als er fast ein ganzes Jahr in Dillingen verbrachte. „Uff den hailigen auben in Wichenacht“ 1474, also am 24. Dezember, kam er mit einer 60 Mann starken Abordnung in der Donaustadt an und hielt sich bis zum 5. November 1475 unter Obhut des Fürstbischofs Johann II., Graf von Werdenberg, hier auf.

Sonsten hatte Maximilianus ein Majestätisches Ansehen/und einen geraden daurhafften Leib/welchen Er durch stethe Rit-terliche Ubungen und Jagd-Lust noch mehr erhärtet/daß Er hernach im Krieg viel Ungemach außstehen konnte. Absonderlich erlernete Er zu Dillingen
Dillingen/(allwo Er sich ein gantzes Jahr lang unter währendem Krieg seines Herrn Vatters mit Hertzog Carln zu Burgund auffgehalten) un-ter Anführung Diepholten von Stein/Ritters/die Jägerey mit sonderbahrem Lust/auch solcher Emsigkeit und Begierde daß Ihm alle Rittsteeg/Klingen/Först/Wasser/Wälder/Berg und Thal in der MargGrafschafft Burgaw/auch in der Gegend zwischen dem Lech/Iler/Donau und Altmühl viel besser als einigem Landmann selbiger Orthen bekannt worden.

Der Sohn des Kaisers in Dillingen?
„So provinziell und unbedeutend Dillingen heute ist …“: diesen Satz habe ich schon öfter gebraucht, zur damaligen Zeit war es anders!
Die Werdenberg/Monfort, eine einflußreiche und mächtige Familie, hatte mit Johann II. als Augsburger Bischof einen hervorragenden Diplomaten in der Sippe.
Die bairischen Herzöge gelüstete es nach Gebieten jenseits des Lech: immerhin hatten sie schon früh – bedingt durch den Tod des letzten Staufers Konradin – Höchstädt, Lauingen und Gundelfingen unter ihre Herrschaft bringen können.
Wemding, nahe der Reichstadt Nördlingen, gehörte ebenfalls Baiern-Landshut.
Dattenhausen bekam von den Wittelsbachern, in der Person von Kaiser Ludwig dem Baiern, Stadtrecht verliehen und hatte eine kleine Burg. Heute ein Dörflein, war es einmal mit Graben und Pallisaden befestigt, hatte Tore und blieb als Herrschaft Dattenhausen-Unterbechingen lange Zeit bei dem wittelsbachischen Familienzweig der Pfalz-Neuburger.
Die Markgrafschaft Burgau, im Besitz der Habsburger – der Familie, aus der der Kaiser stammte, wurde immer wieder an die Augsburger Bischöfe verpfändet. Die Baiern versuchten lange Zeit, letztlich jedoch erfolglos, auch dieses große Gebiet unter ihren Herrschaftsbereich zu bringen. In diesen Konflikten zwischen Baiern und Österreich konnte der junge Johannes von Werdenberg eben erfolgreich vermitteln und wurde schnell Mitglied des kaiserlichen Rates. Seine Kenntnisse und sein Wissen machten ihn schon zu Lebzeiten des Bischofs Peter von Schaumberg zum Nachfolger. In den Chroniken wird er als „Prachtfürst“ bezeichnet und soll ein sehr lebensfreudiger Bischof gewesen sein: er begann die Burg in Dillingen zu einem gotischen Schloß auszubauen und trat selbst in reiferem Alter auf Feierlichkeiten sehr weltlich, fast übermütig auf – Markgraf Albrecht Achilles von Brandenburg ermahnte ihn einmal in einem Brief sinngemäß, daß es grauen Pferden nicht anstehe, sich auf die Rennbahn zu begeben.
Den Machtbereich seiner Familie, den Werdenberg/Montfort, mag man an dieser Karte ablesen:

karte_werdenberger
wikipedia, Marco Zanoli, CC-BY-NC-SA-4.0 https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/

Aislingen, Langenau, Dischingen-Trugenhofen, Kellmünz an der Iller, Tübingen (Stadt und Landkreis), Balderschwang, das österreichische Bundesland Vorarlberg, Vaduz (Residenzort des Fürstentums Lichtentein), der Kanton St. Gallen und viele weitere Regionen und Orte tragen bis heute die Kirchenfahne aus dem Wappen der Werdenberg/Montfort. Eine kleine Übersicht kann man hier einsehen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Wappen_mit_dem_Emblem_der_Pfalzgrafen_von_Tübingen

In Dillingen waren also hochranginge Politiker des Reiches ansässig, die am Puls der Zeit und alles andere als unbedeutend oder provinziell waren.
Und Maximilian: ein ganzes Jahr hier in Dillingen und im verpfändeten Günzburg. Ein Jahr ist im Alter eines 16-jährigen eine Ewigkeit, erst recht wenn der Vater und andere Aufsichtspersonen aus dem Umfeld der Familie abwesend sind; das wird damals nicht anders gewesen sein als heutzutage und in diesem Jahr konnte sich Maximilian seiner großen Leidenschaft, der Jagd, hingeben.
Sein Vater, Kaiser Friedrich III., der seine österreichischen Länder nur ungern verließ, war gerade dabei, die von Karl dem Kühnen belagerte Stadt Neuss zu entsetzen.

jbksak1888_0147
Belagerung von Neuss durch Karl den Kühnen Universitätsbibliothek Heidelberg, „Kunsthistorische Sammlungen des Allerhöchsten Kaiserhauses – Der Weisskunig“, S.117, CC-BY-SA-3.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/ https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/jbksak1888/0147

Der Kölner Erzbischof stritt sich mit seinem Domkapitel und dem Rest des Adels, deren Rechte er übergangen hatte. Und wo zwei sich streiten … Karl der Kühne, Herzog von Burgund wollte der lachende Dritte sein und seinen Machtbereich erweitern.


Einen jugendlichen Thronfolger setzt man nicht unnötig einer Gefahr aus: Friedrich kümmerte sich um die Streitigkeiten und den Erhalt des Reiches und Maximilian um seine Jagdleidenschaft. Bischof Johannes II. wird kein zu strenges Regiment geführt haben und sorgte mit seiner Hofhaltung sicherlich für weitere Zerstreuung und Anregung für den jungen Mann, der sich zwischen Lech und Iller, Donau und Altmühl bald besser ausgekannt haben soll, als manche Einheimischen. Diepold von Stain zu Reisensburg begleitete ihn auf seinen Streifzügen und der wittelsbachische Verwalter von Heidenheim (das tatsächlich einmal bayrisch war!) lud den Prinzen ein, auch die wittelsbachischen Jagdgebiete um Heidenheim, Höchstädt und nördlich von Dillingen zu besuchen oder sich auch direkt in Landshut, am Hofe des Herzogs, zur Jagd zu begeben.
Auch in späteren Jahren, als er selbst Herrscher war, begab Maximilian sich immer wieder gerne und oft nach Dillingen und Augsburg; so oft, daß man ihn am französischen Königshof als „Bürgermeister von Augsburg“ verspottete.
Schnell begriff Kaiser Maximilian den Wert von illustrierten Buchdrucken und schrieb mehrere autobiographische Werke, deren Erzählungen er mit Holzschnitten illustrieren ließ, „Multimedia“ ist keine Erfindung von heute! Die folgenden Illustrationen sind dem Werke „Theuerdank“ entnommen:

Bayerische Staatsbibliothek, Münchener Digitalisierungszentrum Digitale Bibliothek,
Pfintzing, Melchior/Schäufelein, Hans Leonhard: „Die geuerlicheiten vnd einsteils der geschichten des loblichen streytparen vnd hochberümbten helds vnd Ritters herr Tewrdannckhs, Nürnberg, 1517
CC-BY-NC-SA-4.0 https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/“
14: http://daten.digitale-sammlungen.de/bsb00013106/image_72
26: http://daten.digitale-sammlungen.de/bsb00013106/image_126
68: http://daten.digitale-sammlungen.de/bsb00013106/image_313

Die Episoden sollen sich, nach Friedrich Zoepfel, auf die Dillinger Zeit Maximilians beziehen.

Weiterführende Links:

Friedrich ZOEPFL, Kaiser Maximilian I. in Dillingen: https://periodika.digitale-sammlungen.de/dillingen/Blatt_bsb00007618,00067.html?prozent=

https://maximilian2019.tirol/geschichte/

http://www.fugger-und-welser-museum.de/news/

https://www.facebook.com/Kaiser.Maximilian.I/

 

#followmax500

#Maximilianjahr

#Maximilian2019

Kaiser Maximilian I. und Dillingen – ein vorgezogener 1. Teil

albrecht_dürer_-_portrait_of_maximilian_i_-_google_art_project

Der folgende Beitrag ist nur ein vorgezogener erster Teil. Geplant war der ganze Beitrag für den 12. Januar 2019, den 500. Todestag von Kaiser Maximilian I., der als „letzter Ritter“ in die Geschichte einging.
Leider hat mir die Mediathek des ZDF einen Strich durch die Rechnung gemacht: der verlinkte Dreiteiler ist nur bis zum 09.01. 2019 verfügbar – gut, daß man seine Pappenheimer kennt und nachschaut: ich hätte mich sehr geärgert.

Nächste Woche wird es an seinem Todestag einen Beitrag über Maximilian und seine Beziehungen zu Dillingen geben.

Erfahrungsgemäß ist das Fernsehprogramm am Samstag schlecht und der derzeitige Schneefall macht das Autofahren auch nicht unbedingt zu einem Vergnügen: daher empfehle ich historisch Interessierten den Dreiteiler „Maximilian – Das Spiel von Macht und Liebe“ auf der Mediathek des ZDF.

Zum 1. Teil geht es hier: https://www.zdf.de/kultur/filme-dokus-kabarett/maximilian—das-spiel-von-macht-und-liebe-13-100.html

#followmax500

#Maximilianjahr

#Maximilian2019