Planung des Taxisparkes (1893)

Nach einem Vorschlag des im Jahre 1891 in Dillingen gegründeten Verschönerungsvereins wurde ab 1893 südlich der Lauinger Straße, der heutigen B16 alt, ein Park angelegt. Nach dem Inhaber des Dillinger Chevaulegerregiments, dem Fürsten Thurn und Taxis, erhielt er den Namen „Taxispark“. An der Südseite steht ein Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges; an die Toten der Befreiungskriege erinnert ein schlichter Steinsarkophag in unmittelbarer Nähe. Der Stadtführer des Joseph Keller (1904) beschreibt den Weg vom Bahnhof zum Park:

„Vom Bahnhof aus führt eine mit Akazien bepflanzte Straße in die große Allee. … Gehen wir in westlicher Richtung die große Alleestraße entlang, so haben wir die erste der in die Stadt führenden Straßen vor uns. Dieselbe ist zu beiden Seiten mit je einer Doppelreihe von Kastanienbäumen bepflanzt, westlich von ihr liegt der Thurn- und Taxispark mit einem Springbrunnen und einem Kriegerdenkmal.“ (Keller 1904 Stadtführer)

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Kolorierte Karte „Plan zu einer Parkanlage für den Verschönerungs-Verein der Stadt Dillingen, 1:250, enthält Kriegerdenkmal, Gedeckter Sitzplatz, Kinderspielplatz, Entwurf von J. Landthaler (städt. Garteninspektor) Regensburg im August 1893, außen beschriftet mit Bleistift „Taxispark – Plan v.d. Entstehung“, 1893

Das Dillinger Kapuzinerkloster

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Offiziell nennen sie sich „Orden der Minderen Brüder Kapuziner“ und sind ein Franziskanerorden, von denen die sog. „schwarzen Franziskaner“ die bekanntesten sind.

Die landläufig „Kapuziner“ genannten Mönche in ihren braunen Kutten waren für 299 Jahre auch Teil der Geschichte Dillingens. Vor der Abzweigung Kapuzinerstraße / Rosenstraße befand sich bis ins 19. Jahrhundert das „Kapuzinertor“: im späten 17. Jahrhundert, also zur Bauzeit des Klosters, befand sich dieses noch außerhalb der Stadtmauern. Der Stadtplan von 1824 nennt das Gelände zwischen dem Kloster und der heutigen Klemens-Mengele-Straße „Kapuziner-Paint“ (Kapuzinergarten).

1991 verließ der Orden die Donaustadt und hinterließ Kirche und Klostergebäude, das inzwischen von der Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung übernommen und renoviert wurde.

Das Fundstück der Woche aus dem Stadtarchiv zeigt die Gebäude und den umliegenden Garten.

Der „Cappuccino“ hat seinen Namen übrigens von der braunen Kutte der Mönche – wenn er gut ist, hat er exakt die selbe Farbe.

Serie „Rezepte aus dem Staindelschen Kochbuch“

In dieser Serie entdecken wir im Kochbuch des Balthasar Staindl von Dillingen aus dem Jahr 1544 historische Rezepte zum Nachkochen heute…

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Dillinger Kirschkuchenrezept

https://www.augsburger-allgemeine.de/dillingen/Dieses-Dillinger-Kirschkuchenrezept-ist-fast-500-Jahre-alt-id54773476.html

Knödlein aus Hennenfleisch

https://www.dillingen-aktuell.de/gesellschaft/knoedlein-aus-hennenfleisch-gefluegelbaellchen-dillingen-23

https://www.augsburger-allgemeine.de/dillingen/Wie-schmeckt-ein-Dillinger-Gericht-aus-dem-Jahr-1544-heute-id54299261.html

Feine Erdbeerbonbons nach einem uralten Rezept

https://www.augsburger-allgemeine.de/dillingen/Feine-Erdbeerbonbons-nach-einem-uralten-Rezept-id51239601.html

Rosenhonig aus Balthasar Staindls Kochbuch

https://stadtarchivdillingen.wordpress.com/2018/04/22/fundstueck-der-woche-rosenhonig-aus-balthasar-staindl-kochbuch/

Gebackene Quitten

https://stadtarchivdillingen.wordpress.com/2018/11/01/fundstueck-der-wochegebackene-quitten-nach-balthasar-staindl/

Diese leckere Linsensuppe gab es schon im 16. Jahrhundert

https://www.pressreader.com/germany/wertinger-zeitung/20180329/282750587286856

Historisches Kochbuch im Dillinger Stadtarchiv

https://www.augsburg.tv/mediathek/video/historisches-kochbuch-im-dillinger-stadtarchiv/

Balthasar Staindls Kochbuch von 1544

https://stadtarchivdillingen.wordpress.com/2018/03/25/fundstueck-der-woche-balthasar-staindls-kochbuch-von-1544/

Fortsetzung folgt…

Fundstück: Bischof Perwelf von Augsburg

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Im Archiv befinden sich Portraits der Bischöfe von Augsburg, die in mehrfacher Hinsicht nicht unproblematisch sind. Zum einen sind die Bischöfe von Augsburg erst ab dem 7. Jhdt. n. Chr. namentlich gesichert. Zum anderen wurden diese Portraits zu einer Zeit angefertigt, als die Dargestellten schon längst verstorben waren.

Perwelf oder Berwelfus soll, so ist es auf dem Bild zu sehen, im Jahre 639 gewählt worden sein und sechs Jahre regiert haben. Carl Günther Ludovicis „Grosses vollständiges Universal-Lexicon aller Wissenschafften und Künste“ von 1744 läßt ihn von 608 bis 614 regieren, Jacob Christoph Iselins „Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon, Band 1“ aus dem Jahre 1726 stimmt insoweit überein, als es Perwelf 614 versterben läßt. Placidus Braun erwähnt in seiner 1815 erschienenen „Geschichte der Bischöfe von Augsburg“ jedoch Forschungen, die von fünf Jahren oder 15 Jahren Regierungszeit sprechen. Ferner spekuliert er, daß Perwelfus vom Geschlecht der Welfen abstamme und „Per-Welfus“ nichts anderes als „Großer Welfe“ bedeute.

Bis die Forschung Fakten liefert, kann man Perwelf als legendären Bischof Augsburgs ansehen. Der Maler hat ihn sicherlich nie von Angesicht zu Angesicht gesehen.

Die Bischofsgalerie wurde 1488 begonnen und 1591 erneuert. Sie beginnt mit dem legendären Bischof Dionys im Jahr 304. Ein Teil der Bischofsgalerie (bis 1768) befand sich ursprünglich im Dillinger Residenzschloss. Heute sind die Bischofsbildnisse der älteren Reihe in Teilen ausgestellt im Amtsgericht Dillingen und im Stadt- und Hochstiftmuseum Dillingen.

Die Bischofsgalerie des Augsburger Doms (ab 1592) ersetzte die Vorgängergalerie aus den achtziger Jahren des 15. Jahrhunderts. Die erneuerte, vollständige Reihe der Augsburger Bischofsbildnisse befindet sich in der Hohen Domkirche „Mariä Heimsuchung“ zu Augsburg.

 

Zeitungsserie „Straßennamen und ihre Geschichte“

Langenbuchstraße Fristingen

Bild: Stadt Dillingen / Koenen

Die Serie „Straßennamen und ihre Geschichte“ ist eine Serie der Augsburger Allgemeinen, in der die Mitarbeiter der Zeitung in Zusammenarbeit mit den Archiven des Landkreises Dillingen der Herkunft von Straßennamen nachgehen…

Höchstädt, Herzogin-Anna-Str.

https://www.augsburger-allgemeine.de/dillingen/Herzogin-Anna-Strasse-Wo-einst-die-Pfalzgraefin-lebte-id54371616.html

Fristingen, Langenbuchstr.

https://www.augsburger-allgemeine.de/dillingen/Vor-vielen-Jahren-gab-es-eine-Siedlung-id54269531.html

Dillingen, Seelgasse

https://www.augsburger-allgemeine.de/dillingen/Eine-Gasse-fuer-den-Seelenfrieden-id53289946.html

Dillingen, Hafenmarkt

https://www.augsburger-allgemeine.de/dillingen/Ein-Hafen-in-Dillingen-id51983686.html

Lauingen, Oberes Brunnental

https://www.augsburger-allgemeine.de/dillingen/Was-aus-der-Wasserschapfe-in-Lauingen-wurde-id54036931.html

Dillingen, Königstraße

https://www.augsburger-allgemeine.de/wertingen/Die-Koenigstrasse-trug-schon-viele-Namen-id52070766.html

Schretzheim, An der Schmiede

https://www.pressreader.com/germany/donau-zeitung/20190308/282750588045219

Dillingen, Kapuzinerstr

(auf Seite 24) https://www.kreisanzeiger.de/REST/frontend/download/b2IvMC82OF8xX2thZF9rdzE2LW9ubGluZS5wZGY,/kad_kw16-online.pdf

Dillingen, Galgenberg

https://www.augsburger-allgemeine.de/dillingen/Der-Galgen-vor-der-Stadt-Dillingen-id52019501.html

Fortsetzung folgt…

 

 

 

Beruf: Tanzmeister (1784)

Geht man Steuerunterlagen durch, so findet man die verschiedensten Berufe, von denen viele schon ausgestorben sind, oder die man gerade noch aus Märchen und Geschichten kennt. Wer kennt heute noch einen Schneider oder Schuhmacher, deren es früher viele gab und die man regelmäßig aufsuchte?

Unter die selteneren Berufe darf man sicher auch den Tanzmeister zählen, der Tanzunterricht gab und meistens mit einer kleinen Geige Melodien spielte, zu denen sich die Leute dann bewegten (was man später mit Schallplatten, CDs und heutzutage mit mp3-Dateien macht).

Der Hofstaat des Bischofs und die Adeligen unter den Studenten, die oft mit einem eigenen Hofstaat residierten, sorgten in Dillingen allem Anschein nach für eine Umgebung, in der ein Tanzmeister sein Brot verdienen konnte, im ausgehenden 18. Jahrhundert hieß er mit Nachnamen bezeichnenderweise „Schwinghammer“ und hatte je 4 Gulden, 25 Kreuzer und 4 Heller Stadtsteuer für die Jahre 1784 und 1785 zu entrichten, was insgesamt dann 8 Gulden und 51 Kreuzer ausmachte.Bild Tanzmeister

Fundstück: Kupferstich von Bodenehr (1720)

Lauingen und Confinen Bodenehr

Der Augsburger Kupferstecher und Kartograph Gabriel Bodenehr der Ältere  schuf zahlreiche Stadtansichten und Grundrisse. Zu seinen bekanntesten Arbeiten zählt der 1704  erschienene „Atlas Curieux“.

Unser Fundstück „Lauingen und Confinen“ zeigt die nähere Umgebung von Lauingen und Dillingen  um 1720.