Presserückschau 1868: Bockbier im Bayerischen Hof, Nachtwächter, Hausverkauf und Waffenverbot an Silvester und Neujahr

Donaubote2

8. Dezember:

08121868

Bayerischer Hof.
Dienstag
den 8. Dezember
Vormittags 10
Uhr
Bschorr-Bock
Anstich
nebst
Bock-Würsten.

12. Dezember:

12121868

Bekanntmachung.
Die Nachtwache betr.
Die Gemeindevorsteher des Amtsbezirkes werden aufge-
fordert, unverzüglich die Nachtwächter ihrer Gemeinden zu
sich vorzurufen und ihnen zu eröffnen, daß sie, weil zur
Winterszeit ohnehin die Sicherheit mehr gefährdet ist als zu
andern Jahreszeiten, die Nachtwache fleißig von Nachts 10
Uhr bis Morgens 3 Uhr zu halten haben, und sich während
der angegebenen Nachtszeit nicht länger in ihren Wohnhäu-
sern aufhalten dürfen als zum Aufwärmen nothwendig ist.
Den Nachtwächtern ist noch weiters zu eröffnen, daß sie
sohin nicht nur beim Ausrufen der Glockenstunde, sondern
auch in der Zwischenzeit ihre Ortschaften öfters zu begehen
haben, und daß sie nicht blos, wie irriger Weise die Mei-
nung verbreitet ist, auf Abwendung von Feuergefahr be-
dacht zu nehmen haben, sondern daß sie auch verpflichtet sind,
das Eigenthum der Ortseinwohner vor Diebstahl und andern
Sicherheitsverletzungen sicher zu bewahren, und daß sie auch
andere Störungen der öffentlichen Ruhe und Ordnung zu
verhüten und zu beseitigen haben.
Namentlich ist der Sicherheit der Kirchen besondere Sorg-
falt von Seite der Nachtwächter zuzuwenden.
Nachlässige Nachtwächter werden unnachsichtlich entlassen.
Dillingen den 4. Debr, 1868
Königl. Bezirksamt.
Girisch.

16. Dezember:

16121868

Bekanntmachung.
Im Auftrage des kgl. Landgerichts Dil-
lingen werden am
Montag den 8. Jan. 1869
mit dem Wirthschaftsanwesen Hs.=Nr. 226 A
in Dillingen weiters versteigert:
1) Vormittags 10½ bis 11 Uhr:
Pl.-Nr. 1476 Antheil mit 32 Dezimalen ge-
schätzt auf 125 fl.;
2) Vormittags 11 bis 11½ Uhr:
Pl.-Nr. 1477, Antheil mit 32 Dezimalen ge-
schätzt auf 130 fl.
Beide Grundstücke liegen in der Steuer-
gemeinde Dillingen.
Im Uebrigen wird auf die Bekannt-
machung vom 14. Novbr. l. J. – Donau-
boten Nr. 174 – Bezug genommen.
Dillingen den 12. Dezember 1868.
Der k. Notar:
Krazer

30. Dezember:

30121868

Erlasse des königlichen Bezirksamtes Dillingen.
Das Verbot der Führung von Waffen zur Verhütung von Gefahren
für die Sicherheit der Personen betr.
Nach Ausschreiben der kgl. Regierung vom 21. Dezbr. l. Js.
(Krs.-Amts-Bl- p. 2245) treten auf die Dauer des 31. Dezbr. 1868,
und des 1. Januar 1869 die nachstehenden Bestimmungen der Königl.
Allerhöchsten Verordnung vom 30. Dezember 1862 in Wirksamkeit.
§. 1.
Die Führung nachstehender Waffen, als
1) von Dolchen, Stileten und anderen im Griffe feststehenden
oder mittels einer Vorrichtung feststellbaren Messern,
2) von zugespitzten Streichern und von Pfriemen,
3) von Degenstöcken und anderen Stöcken mit verborgenen
auf einen Druck oder Schwung hervorspringenden Hieb-, Schnitt-
oder Stichwerkzeugen,
4) von Terzerolen, Sackpistolen und Revol-
vern ist allen unansässigen Personen verboten.
§. 2.
Das Verbot findet keine Anwendung, wenn die Waffen-
führung während einer Reise oder sonst unter Umständen stattfindet,
mit welchen ein Verdacht beabsichtigten Mißbrauchs nicht wohl ver-
einbarlich erscheint.
Letzteres gilt insbesondere bezüglich der in N. 1. Ziff. 1. u. 2.
bezeichneten Messer, Streicher und Pfriemen, welche eine Person zur
Ausübung ihres Berufes nothwendig hat, und während dieser Aus-
übung führt.
Die Stadtmagistrate und Gemeindevorsteher werden angewiesen,
Angesichts Dieses sofort die obige Bekannmachung in den
Gemeinden sowie weiter veröffentlichen zu lassen, daß nach Art.
71 des Pol.-Str.-G.-B., Jeder, welcher den vorangeführten Bestim-
mungen zuwiderhandelt, neben Konfiskation der betreffenden Waffe
an Geld bis zu 25 fl. gestraft wird, womit im Rückfalle Arrest bis
zu 3 Tagen verbunden werden kann.
Dillingen den 29. Dezember 1868.
Königl. Bezirksamt.
Girisch, k. Regierungsrath.

 

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Hausnummern, Häuser und ihre Geschichte

Die kuriose Tatsache, daß vor 200 Jahren die Häuser Lit. A. 57 und Lit. B. 57 zum Verkauf angeboten wurden, hatte mich neugierig gemacht.

Zum weiteren Verständnis: Hausnummern wurden – auch in Dillingen – erst im ausgehenden 18. Jahrhundert eingeführt. Bis dahin sind die Häuser nur über den Namen ihrer Besitzer und die mit Namen aufgeführten Nachbarn genau zu lokalisieren, was die Sache kompliziert macht, wenn Besitzer sterben oder der Besitzer durch Verkauf wechselt.
Die Hausnummern in Dillingen wurden folgendermaßen vergeben: die Nord-Süd-Achse Donaustraße-Stadtberg-Kapuzinerstraße teilte die Stadt in zwei Hälften.
Häuser rechts von dieser Achse bekamen den Buchstaben „B.“, die Häuser links davon den Buchstaben „A.“

Unbenannt 1

Im Osten begann dann die Zählung mit Nummer „Lit. A. 1.“ (heute Kreuzung Kardinal-von-Waldburg-Straße/Georg-Schmid-Ring) und zählte an der alten Stadtmauer entlang zunächst nach Norden und Schritt für Schritt weiter nach Westen.
Wer die Zählung genau nachvollziehen möchte, kann das auf dem voll zoombaren Stadtplan hier tun: https://www.easyzoom.com/imageaccess/58dc1ccaa25f4e7ea7641287faa73bb9

Die Vergabe der Nummern erfolgte also willkürlich und „Lit. A. 57.“ hat mit „Lit. B. 57.“ nichts zu tun, außer daß beide Häuser die selbe Nummer haben. Vor 200 Jahren stand außerdem noch „Lit. A. 63.“ zum Verkauf, die genannten drei Häuser sind auf der Karte hier mit roten Fähnchen markiert:  http://umap.openstreetmap.fr/de/map/dillingendonau-1867_265313#17/48.57728/10.49478
Kurioserweise liegen „Lit. A. 57.“ und „Lit. B. 63“ jeweils nördlich der beiden Frauenklöster, die es damals in Dillingen gab: das heute noch bestehende der Franziskanerinnen und das in der Säkularisation aufgelöste der Dominikanerinnen.

Wie schaut es heute dort aus?

Die Häuser stehen noch nahezu unverändert. Wer wohnte in diesen Häusern, was geben die Unterlagen des Stadtarchives her?

Lit. A. 57., heute Klosterstraße 8:

Die Unterlagen zur Brandsteuer aus dem Jahre 1801 weisen „Das Gasthaus zum Kloster gehörig“ aus.

a571801.jpg

1805 hatte die Säkularisation auch das Kloster der Franziskanerinnen aufgelöst und ein Schneidermeister namens Michael Schaupp hatte das Haus vom Staat erworben:

a571808.jpg

1827 gehörte das Haus dem Kammacher Johann Fillinger, der mit seiner Frau Franziska, geborene Bauer, und dem Sohne Xaver dort wohnten:a571827.jpg

Lit. A. 63., heute Klosterstraße 11:

1801 gehört laut Brandsteuerunterlagen dieses Haus dem Stadtkoch Wieland:

a631801

Ein Stadtkoch betrieb früher das, was man heute unter „Catering“ versteht: er kochte für große Gesellschaften, lieferte aber auch gekochte Speisen gegen Bezahlung ins Haus – Pizzaservice ist keine Erfindung von heute! 1808 – die Säkularisation hatte dafür gesorgt, daß alle kleinen und hohen Beamten, sowie der komplette Hofstaat des Fürstbischofs arbeitslos wurde, somit für einen Stadtkoch keine Kundschaft mehr vorhanden war – gehörte das einem Matthias Heichele:

a631808

1827 besitzt dieses Haus Reimund Keller, ein Buchbinder, zusammen mit seiner Frau Josepha, eine geborene Amberger:

a631827

Wer das Haus von der Nordseite betrachtet wird sehen, daß die Nische, in der sich einst eine Madonna befand, leer ist. Sie wird in Kunstführern und in mehreren Aufsätzen des Jahrbuchs des historischen Vereins Dillingen beschrieben und stets gibt es den Hinweis, daß sie der Madonna am Edelstetter Hochaltar gleichen soll.
Bei der Durchsicht der Photos von Edelstetten aus einem früheren Beitrag (https://stadtarchivdillingen.wordpress.com/2018/11/01/nachtrag-zu-edelstetten-bilder-und-die-quitten-der-fuerstin/) wurde ich beim genaueren Hinsehen bei einem Bild des Hochaltars fündig (Ich bitte die relativ schlechte Qualität zu entschuldigen: es ist lediglich ein vergrößerter Ausschnitt. Bei Gelegenheit werde ich eine bessere Aufnahme nachliefern!).

Madonna

Lit. B. 57., heute Heustraße 2:

1808 bewohnte das Haus die Witwe des Adam Häußler: b571808.jpg

Den umfangreichen Besitz, das Haus und mehrere dazugehörige Grundstücke  erwarb Adam Häußler am 15. Februar 1786 von einem Veit Mitzelberger

100_3169.jpg

1827 bewohnte das Haus der Taglöhner Paul Oberfrank zusammen mit seiner Frau Maria, geb. Grandi (ihre Familie wohnte in der Donauvorstadt, wo der Vater eine Art Fuhrunternehmen hatte, wie man heute sagen würde):

b571827.jpg

Das Haus, heute in der Heustraße, hat sich an den Dachbalken etwas Seltenes bewahrt, das früher an nahezu jedem Haus zu sehen war (die Häuser in Nördlingens Altstadt  haben in der Hinsicht viel zu bieten!):

100_3189

Wappen

Presserückschau Dezember 1818: keine Hausschlüssel für Studenten, Hausverkäufe, Tanz ins neue Jahr, Ausschreibung bei der Kavallerie

DilingischesWochenblatt

 

 

2. Dezember:

02121818

Bekanntmachung.
Es wird hiemit bekannt gemacht, daß
man jenen Hausleuten, welchen den Studenten
Hausschlüssel geben, oder sonst ihnen das
spate Heimkommen bei Nacht gestatten, die
Studenten entziehen, und in Zukunft die Be-
ziehung ihrer Logie durchgehends den Studie-
renden verbiethen werde.
Dillingen am 30ten Nov. 1818.
Königl. Lyceal-Directorium und
Gymnasial-Rectorat.
Prof. Weber Prof. Grueber
Director Rector.

16. Dezember:

16121818

Das Haus Lit. A. Nro. 57. wird aus
freier Hand feil gebothen. Dieses besteht in
6 heizbaren Zimmern mit eisernen Oefen 5
Kucheln 8 Kammern, Viehställe, große Bö-
den, einen Bronnen im Haus, auch mit,
oder ohne Grundstücken. Kaufsliebhaber kön-
nen es täglich einsehen.

Das Haus Lit. B. Nro. 57. auf der soge-
nannten untern Gänsweid ist aus freier Hand
sammt dabei befindlichen 2 Krautgärten und
einem Entschädigungtheil um die Summe
von 525 fl. zu verkaufen. Kaufsliebhaber
können sich beim Verleger dieses Blattes melden.

Die zum Verkauf angebotenen Häuser sind in der Karte mit roten Fähnchen markiert: http://umap.openstreetmap.fr/de/map/dillingendonau-1867_265313#17/48.57728/10.49478

Alternativ dazu kann man sich selbst hier auf die Suche machen (Stadtplan voll zoombar). Lit. B. 57 wäre heute in der Heustraße: 

https://www.easyzoom.com/imageaccess/58dc1ccaa25f4e7ea7641287faa73bb9

23. Dezember:

23121818

Das Haus Lit. A. Nro. 63. nächst dem
kleinen Kloster ist aus freier Hand zu verkau-
fen. Es besteht selbes in 4 heizbaren Zim-
mern, 2 Kucheln, 3 Kämmern, 2 Holzlägen,
und einem Heuboden. Dazu gehört ein Ent-
schädigungstheil, ein Antheil, und ein Kraut-
garten. Kaufslustige können dies Haus täg-
lich einsehen, und die billigen Verkaufsbeding-
nisse vernehmen.

Das zum Verkauf angebotene Haus  ist auf der Karte grün markiert: http://umap.openstreetmap.fr/de/map/dillingendonau-1867_265313#17/48.57728/10.49478

Alternativ dazu kann man sich selbst hier auf die Suche machen (Stadtplan voll zoombar): https://www.easyzoom.com/imageaccess/58dc1ccaa25f4e7ea7641287faa73bb9

30. Dezember:

30121818

Bekanntmachung.
Künftigen Sonntag den 3ten Jänner 1819
wird bey Unterzeichnetem der gewöhnliche
Neujahrs-Tanz gehalten; wozu seine höflichste
Einladung macht

Dillingen am 29. Dez. 1818.
Louis Rieger,
Gastgeber zum Mondschein.

30121818a

Donnerstag den 3ten dieses werden die
Lieferungen von 680 Stück Reitstangen,
680 Knebel-Trensen, 680 pr. Steigbügel,
680 leinene Untergurten, 340 lb. Rehhaar,
so wie der Bedarf an Blankleder zu 680
Obergurten, und eben soviel Satteltaschen,
dann 680 große Walzenschnallen, zu Unter,
und 1360 eiserne Halbringe zu Obergurten,
öffentlich an den Wenigstnehmenden
veraccordirt werden.
Diejenige so Lust haben, ein oder andern
Artikel zu liefern, wollen sich mit gerichtlichen
Zeugnissen ihrer Lieferungsfähigkeit, an ge-
dachtem Tage des Nachmittags Schlag 2 Uhr,
in der Kanzley des dießeitigen Regiments
einfinden.
Dillingen am 24ten Dez. 1818.
Die Oeconomie Comißion des
Kön. Baier. 5ten Chevaux Legers Regiments
(Prinz Max)
Freyherr von Hugenpoet
Oberstlieutenant
Correck,
Regimentsquartiermeister.

Wappen

Fundstück der Woche: „Mittleres Thor“ von Joseph Haseneder

Die Spazierrunde ist weitergegangen.
Von der Donaustraße zum Stadtberg ging es in die Vorstadtstraße, von dort einen Blick aufs Schloß, die Treppen hinauf zum kleinen Schloßportal und nun ein Blick auf das „Mittlere Thor in der Königstraße“.
Eine kleine Rückschau auf die bisherigen Bilder und Stationen des Rundweges gibt es unter dem Bild des „Mittleren Thores“!

MT

Wappen

 

Presserückschau November 1918: Milchversorgung, Revolution, Frauenwahlrecht, Rückkehr der Garnisonstruppen

Donaubote1

5. November:

05111918

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Donaugegend und Umkreis.
Dillingen, 5. Nov. (Milchversorgung.) Die Neu-
regelung des Milchbezuges, die gestern abend zum erstenmal
in die Erscheinung trat, führte zu großen Störungen in der
Milchversorgung. Viele Familien sind daher heute ohne
Milch. Besonders unangenehm macht sich dies bemerkbar bei
Familien mit kleinen Kindern. Vor den Milchsammelstellen
kam es zu erregten Auftritten. Die Schuld soll, wie man
mitteilt, an verschiedenen Oekonomen liegen, die ihr Pflicht-
quantum nicht zur Ablieferung gebracht haben. Ob verschuldet
oder unverschuldet, darüber muß erst Aufklärung verschafft
werden. Es ergeht die dringende Bitte an alle Oekonomen,
hinsichtlich der Milchablieferung ihr Möglichstes zu tun, damit
solche Störungen in der Milchverteilung wie gestern unbedingt
in Zukunft vermieden bleiben. Es darf auch unter keinen
Umständen unter der Hand Milch abgegeben werden, denn
sonst reicht eben die Milch bei den Milchsammel- und Ver-
teilungsstellen nicht aus. Hoffentlich klappt die Geschichte in
Zukunft. Es wäre bitter, wenn die Neuregelung der Milch-
versorhung außer dem höheren Preis für Milch auch noch
weniger Milch beschert hätte.

11.November:

11111918

Donaugegend und Umkreis.
Dillingen, 11. Nov. Wie in allen anderen Garni-
sonsstädten so wurde auch hier am Samstag 9.November
ein Arbeiter-, Soldaten- und Bauernrat
in Leben gerufen, dessen Tätigkeit sich auf den ganzen
Bezirk Dillingen erstreckt, Herr Ludwig Tröger, wel-
cher auf telephonischem Wege seitens der Herrn Redakteurs
der „Schwäbischen Volkszeitung“ in Augsburg, Simon,
gebeten wurde, sich um die Gründung anzunehmen, da hier
jede in Betracht kommende Organisation fehlt, wurde zum
1. Vorsitzenden gewählt.

22.November:

22111918

Dillingen, 22. Nov. Das Wahlrecht der Frau
ist eine der bedeutendsten Erscheinungen der neuen Zeit.
Auf Veranlassung des hiesigen katholischen Frauenbunds
wird Herr Hochschulprofessor Dr. Andreas Bigelmair
am übernächsten Sonntag (1. Dezember) darüber im
großen Saale des Taubstummeninstituts einen Vortrag
halten, auf den heute schon alle Frauen und Mädchen
Dillingens und Umgebung aufmerksam gemacht werden.

29.November:

29111918

Aufruf!
Mitbürger! Mitbürgerinnen!
Unsere Krieger kehren in die Heimat zurück!
Tut Eure Herzen auf!
Dank, heißer Dank entströme ihnen!
Wie die Tapferen für uns gelitten und gestritten, weder
Tod noch Wunden scheuend, Hunger und Durst, Kälte und
Hitze ertrugen, kämpften gegen die ganze Welt und Sieg
um Sieg errangen, bis ihre Kraft der Übermacht erliegen
mußte, wie sie bis zum letzten Augenblick ihre Pflicht mit
eisernem Willen und aufopferndem Entsagen erfüllten –
das haben wir alle mit Stolz erlebt.
Nun gilt es unseren Helden zu zeigen, daß wir ihrer
wert sind, daß wir nie vergessen, was sie für unser Vater-
land getan, dem sie die Schrecken des Krieges ferngehalten
haben.
Nicht mit rauschendem Festjubel können wir sie be-
grüßen, aber was der furchtbare Ernst der Zeit gestattet,
soll geschehen, ihnen die Rückkehr in die Heimat froher zu
gestalten.
Freundlicher Willkommensschmuck soll sie grüßen beim
Betreten der Stadt und in dem Heim, das ihnen zunächst
ein gastliches Dach gewährt.
Wir wollen weiters den Braven, die von langer Fahrt
ermattet zu uns kommen, Erquickung bieten, und sie nach
bester Möglichkeit unterstützen.
Dazu bedarf es aber ausgiebiger Mittel!
Tut Eure Herzen und Beutel auf!
Gebe jeder nach seinem Vermögen!
Keiner zögere, die Zeit drängt!

Wappen

Presserückschau November 1868: Messerstecherei, Martinigänse, Schlosserei Rabini, Brückensperrung

Donaubote2

2. November:

02111868

Bäumenheim, 29. Okt. Gestern Abend geriethen in
dem Dorfe Asbach bei Donauwörth drei Maurer wegen Be-
zahlung einer Maß Bier in Streit. Einer derselben, nach-
dem er von den anderen durch die Thüre in den Hof gedrängt
wurde, stach mit seinem Messer den einen ins Herz sofort
nieder und verwundete den zweiten lebensgefährlich. Die
herbeigerufenen Ärzte zweifeln an dem Aufkommen desselben.
Zwei Gendarmen wurden zur Verfolgung des Thäters ab-
geschickt.

5. November:

05111868

Auf dem Zoll:
Sonntag den 7. ds.
Gansviertel-Partie
bei gutem Stoffe, wozu freundlichst einladet
Joseph Kerle, Gastgeber

19. November:

 

19111868

 

Blecharbeiten per Pfund 14 kr.
Gitterarbeiten pr. Pf. 12 kr.
Fenster- und Lädenbeschläge pr.
Stock 1 fl. 12 kr.
Thürbeschläge à 36 kr.
Drückerschloß à 1 fl. 24 kr.
Zimmerthür-Schnallen à 30 kr.
Schlösser repariren 12 kr.
neue Kaffeemühlen á 48 kr. bis
1 fl. 24 kr.
Bügeleisen à 1 fl. 54 kr. bis 2 fl. 30 kr.
Ofenplatten ausbrechen zu Kochröhren
48 kr.
Ofenplatten binden 54 kr.
Kaffeemühlen scharf machen 10 kr.
Kleiderschrauben pr. Dutzend 6 kr.
Bettladen-Beschläge 15 kr.
Vorhangstangen mit Schrauben
15 kr.
Ofenschaufeln 18 kr.
Holzsägen feilen 3 kr.
Blocksägen starke 15 kr
liefert prompt
Dillingen im Nov. 1868
Joseph Rabini,
wohnhaft Hs. Nr. 14 A. in
der obern Stadt, unweit dem
xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxk. Hrn. Notar.

 

Korrekt hätte die Hausnummer „Lit. A. Nr.14“ lauten müssen. Wo sich das Gebäude des Schlossers Rabini befindet, kann man auf dieser Karte (öffnet in neuem Fenster) nachsehen.

 

25. November:

25111868

 

 

 

 

 

 

Bekanntmachung:
Die Reparatur der Mindelbrücke zu Offingen, hier das Absperren der
Überfahrt betreffend.
Nach einer Mittheilung des Königl. Bezirksamtes Günzburg wird
wegen Vornahme einer Reparatur die Mindelbrücke bei Offingen vom
Mittwoch den 25. November d. Js. an auf die Dauer von 14 Tagen
abgesperrt, was hiemit öffentlich bekannt gemacht wird.

Dillingen den 21. November 1868.
Königl. Bezirsamt.
Vorst. d. abw.
Kirschenhofer, Ass. Stellv.

Karte von Offingen aus den 1820er-Jahren (neues Fenster).

Wappen